
Quelle: Outdoor Chiemgau
Gasspeicher / Importe
- Gas-Importe brechen deutlich früher ein als sonst üblich (Tiefpunkt schon Ende Juli statt August/September)
- Aktuell ca. 2.200–2.300 GWh/Tag Import vs. ~2.900 GWh im Vorjahr → täglich ca. 500 GWh weniger
- Exporte bleiben stabil, dadurch sinkt der Nettozufluss in die Speicher
- Tägliche Einspeicherrate nur noch 0,14 % (statt z. B. 0,35 % im Vorjahr)
- Hochrechnung: Bei gleichbleibender Rate käme man nur auf ca. 52–60 % Füllstand zum 1.11. – nötig wären aber 70 % (Vorjahr: 76 %)
- Eigene Prognose vom 9.7.2026 wurde bereits unterschritten – aktuell erst 47 %
- Extremrechnung: Selbst mit Ausschöpfung der LNG-Terminals (750 statt 250 GWh) würde Deutschland spätestens Anfang Februar „ohne Gas“ dastehen
Stromversorgung – Doppelproblem durch Wasser
- Zusätzlich zu leeren Gasspeichern: sehr niedrige Wasserspeicherstände in Nachbarländern
- Donau-Kraftwerke (z. B. Freudenau) produzieren durch Niedrigwasser ca. 30 % weniger Strom
- Österreich muss deshalb selbst Strom importieren und kann Deutschland abends (v. a. um 20 Uhr, wenn Solar wegfällt) nur eingeschränkt aushelfen
- Schweizer Wasserspeicher auf historischem Tiefstand (niedriger als in den letzten 10 Jahren) – auch weil sie Deutschland abends mit Strom versorgen müssen
- Auch Norwegen: Speicherstände sinken aktuell (statt zu steigen wie üblich), da Norwegen morgens und abends Strom für Deutschland liefern muss
- Deutschland fehlen abends teils 13.000–14.000 MW, wenn Solarstrom wegbricht – muss von Nachbarn (Österreich, Schweiz, Frankreich, Norwegen) importiert werden
Marktverhalten
- Gashändler kaufen aktuell kaum ein, da Terminpreise (Futures) niedriger sind als Spotpreise (z. B. 58 € aktuell vs. 42–55 € für kommende Quartale)
- Preisvolatilität durch geopolitische Unsicherheiten (Iran-Konflikt, Situation im Jemen/Straße von Hormus) erschwert zusätzlich verlässliche LNG-Lieferungen
Fazit
- Wasserstände: Schweiz, Norwegen, Österreich – alle schlecht
- Gasspeicher- und Einspeicherquote: ebenfalls schlecht
- Rechnerisch müsste Deutschland täglich ca. 800 GWh mehr einspeichern als aktuell möglich – realistisch nicht erreichbar
- Zusätzliche Optionen (mehr Import via Belgien/Niederlande, mehr Norwegen-Lieferungen) aktuell kaum verfügbar