Solar- und Windindustrieparks werden zum Minusgeschäft

  • Das erste Quartal 2025 litt unter einer extremen Windflaute: 31% weniger Windstrom als im Vorjahr. Insgesamt war 2025 ein schwaches Windjahr.
  • Der Projektierer PNE aus Cuxhaven hat u.a. deshalb für das vergangene Jahr eine Gewinnwarnung herausgegegeben: Statt mit 70-110 Mio rechnet man nun mit 45-60 Mio €.
  • Für Abo Energy geht es derzeit um die Existenz: Der Gewinn des Unternehmens war ebenfalls massiv eingebrochen.
  • Seit Januar gibt es eine Stillhaltervereinbarung zwischen Unternehmen und Gläubigern. In einer ersten Runde stimmten die Gläubiger zwar für die Anleihe, aber mit nur 38% nahmen zu wenige Investoren teil. Für den 8.März 2026 ist eine physische Gläubigerversammlung geplant.
  • Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche (CDU) plant derzeit das sogenannte „Netzpaket„. Dieses sieht vor, den Ausbau erneuerbarer Energien stärker an den langsameren Netzausbau zu koppeln:
    • Überlastete Netzgebiete sollen als „kapazitätslimitiert“ ausgewiesen werden, wobei neue Wind- und Solaranlagen dort nur noch errichtet werden dürften, wenn die Betreiber auf Entschädigungszahlungen bei Abregelung verzichten.
    • Anlagenbetreiber über Baukostenzuschüsse den Netzausbau mitfinanzieren.

Zwischen 2020 und 2025 wurden in Deutschland rund 64 bis 72 Gigawatt neue Wind- und Solarleistung installiert. In der reinen installierten Leistung entspricht das etwa 45 bis 50 ehemaligen deutschen Atomkraftwerken. Das Ergebnis: Der Anteil Erneuerbarer am gesamten Endenergieverbrauch stieg im gleichen Zeitraum um etwa drei Prozentpunkte.

Prof. Dipl.-Ing. Timo Leukefeld im Focus, 12.02.2026

Quelle: Handelsblatt