Sind Flächenziele für Windindustrie überflüssig?

Während Bundesländer im Rahmen des WindBG weiterhin eifrig neue Windvorrangflächen ausweisen, wächst der Widerstand in der Bevölkerung — selbst CDU-Politiker wie Olaf Gericke vom Landkreistag NRW warnen vor einem regionalen Akzeptzanzverlust. Thomas Lang, Sprecher von 25 Bürgerinitiativen unter dem Dach „Lebensraum Niedersachsen“, stellt die Flächenstrategie grundsätzlich in Frage: Seiner Rechnung zufolge würden bereits 22.858 Anlagen à 7 MW genügen, um das Bundesziel von 160 GW bis 2040 zu erreichen — ohne eine einzige neue Fläche. Der dafür nötige Flächenverbrauch von rund 2.286 km² liegt sogar unter den heute schon genutzten 0,8 Prozent der Bundesfläche.

Repowering brächte dabei weitere Vorteile: Bestehende Netzanschlüsse können weitergenutzt werden, Verwaltungsaufwand entfällt, und die Akzeptanz in bereits genutzten Gebieten ist erfahrungsgemäß höher. Lang warnt zudem vor einem anderen Risiko der aktuellen Gesetzeslage: Wenn die Förderung künftig sinkt, könnten viele ausgewiesene Flächen als bloße „Scheinausweisungen“ enden — mit dem Schaden, dass diese Flächen den Gemeinden für andere Planungen dauerhaft fehlen.

Freilich ist Repowering kein konfliktfreier Weg. Neue Anlagen können bis zu dreimal so groß wie die alten sein, was Lärm, Schattenwurf und Sichtbelastung erhöht. Hinzu kommt ein bürokratisches Hindernis: Rund ein Drittel aller Bestandsanlagen steht im 600-Meter-Bereich um Siedlungen und käme unter geltendem Recht für ein Repowering gar nicht in Frage. Die Kernforderung Langs bleibt dennoch klar: Das WindBG sollte angepasst oder aufgehoben werden — die Flächenziele seien überflüssig.

Quelle: EpochTimes