Elektroauto in Großbritannien: Extremer Kostenanstieg für Ladesäulenbetreiber

Das Elektroauto gilt als Herzstück der grünen Verkehrswende. Doch in der britischen Alltagsrealität klafft zwischen Versprechen und Praxis eine wachsende Lücke. Wer in Großbritannien ein Eigenheim mit Einfahrt besitzt, kann sein Elektroauto nachts günstig laden – für rund 7-8 Pence pro kWh mit speziellen EV-Tarifen. Für diese Gruppe mag sich die Elektromobilität rechnen.

Wer jedoch keine eigene Lademöglichkeit hat – also Mieter, Stadtbewohner mit Straßenparkplatz, kurz: statistisch eher die einkommensschwächere Bevölkerung – ist auf das öffentliche Ladenetz angewiesen. Dort zahlt man im britischen Durchschnitt 54 Pence pro kWh an normalen Ladesäulen, an Schnellladern auf Autobahnen bis zu 89 Pence. Das ist teils mehr als das Zehnfache des Heimtarifs – und bewegt sich preislich auf Augenhöhe mit dem Verbrenner, dessen Ablösung das E-Auto eigentlich vorantreiben soll. Eine gesetzliche Preisobergrenze, wie sie für Haushaltsstrom gilt, existiert für gewerbliche Ladesäulenbetreiber nicht. Hinzu kommt ein strukturelles Problem: Öffentliches Laden wird mit 20% Mehrwertsteuer besteuert, Heimladen nur mit 5%. Das macht allein 9,5p/kWh Unterschied bei Schnellladern – und trifft überproportional die rund ein Drittel der britischen Haushalte ohne eigenen Stellplatz.

Doch selbst wer zuhause günstig lädt, stößt an Grenzen – sobald er weiter fahren will: Auf der Langstrecke führt kein Weg an öffentlichen Schnellladern vorbei, und dort gelten die hohen Preise. Eine Fahrt von London nach Edinburgh kostet an Schnellladern leicht 40 bis 50 Pfund – ein vergleichbarer Benziner kommt auf ähnliche oder niedrigere Kosten. Die Freiheit, einfach loszufahren, ohne Preise und Ladezeiten zu kalkulieren, wird zunehmend begrenzt.

Das Leben im ideologisch motivierten Energielockdown wird sich für die ärmere Bevölkerungsschicht auf die fußläufige bzw per öffentlichem Transport erreichbare Distanz reduzieren, für die etwas reicheren ist es die halbe Distanz des batteriebetriebenen Vehikels.

Die herrschende Schicht aus Politikern, Konzernbossen und Entertainment Stars reist selbstverständlich weiterhin mit kerosinbetriebenen steuerzahlerfinanziertem oder privatem Flugzeug und eigener dieselgetriebener Superyacht um den Globus.

Planetenrettung durch Energiesparen gilt eben nur für die dumme Schafherde, die man in die Smart Cities pferchen möchte. Die Herrscher machen was sie wollen.