Wenn ein Windindustrieprojekt künftig noch an einer EEG-Ausschreibung teilnehmen muss (z. B. weil er nach Inkrafttreten des neuen EEG einen Zuschlag braucht), müsste der Betreiber bei Gebotsabgabe die Eigenerklärung zur Pachtbegrenzung abgeben. Ist der bereits ausgehandelte Pachtvertrag höher als 2,5 %, hätte der Betreiber ein Problem, denn er könnte entweder den Zuschlag nicht rechtskonform beantragen oder er müßte versuchen, den Pachtvertrag nachzuverhandeln, bevor er das Gebot abgibt. Erwartungsgemäß werden sich in aktuell verhandelten Verträgen Anpassungs-/Reduzierungsklauseln für den Fall regulatorischer Änderungen befinden (müssen).

- Pachtzahlungen für Windenergie-Flächen sollen auf max. 2,5 % des Stromertrags begrenzt werden (Standortfaktor + Zuschlagswert werden berücksichtigt)
- Bisher üblich: 7–12 % (laut Verbänden), teils sogar bis zu 30 % der Umsätze (laut VKU)
- Gilt für im EEG geförderte, ausschreibungspflichtige Windindustrieanlagen an Land
- Ähnliche Kürzungen bei Agri-PV und Biogas
- Bieter müssen bei der Gebotsabgabe eine Eigenerklärung abgeben, mit der sie bestätigen, dass sie die Vorgaben zur Pachtbegrenzung einhalten werden, Die Einhaltung soll von Netzbetreibern überprüft werden. Bei einem Verstoß droht eine Pönale.
- Ziel: Entlastung des Bundeshaushalts über niedrigere EEG-Förderkosten
- Waldbesitzerverband (AGDW), Familienbetriebe Land und Forst (FABLF), Bauernverband (DBV) kritisieren die Pläne: Eingriff in Eigentums-/Vertragsfreiheit, Investitionshemmnis
Quelle: Agrar Heute
Rechnung
Schritt 1: Stromertrag der 7-MW-Anlage
Bei 6 m/s im Mittel (Schwachwind, Westerwald) sind moderne Schwachwind-Turbinen (großer Rotor) auf ca. 18–25 % Volllaststunden-Kapazitätsfaktor ausgelegt. Real ist wohl mit weniger zu rechnen, also nehmen wir drei Szenarien an. Wenn der reale Mittelwind spürbar unter 6 m/s liegt, sinkt der Kapazitätsfaktor eher Richtung 12–15 %, was sowohl Erlös als auch Pacht (in beiden Systemen) nochmal deutlich drückt!
Die effektive Windgeschwindigkeit in Waldstandorten liegt übrigens um etwa 0,2–0,3 m/s niedriger als in vergleichbaren Freilandlagen.
| Kapazitätsfaktor | Jahresertrag (kWh) |
|---|---|
| 15 % (schwach) | 9.198.000 |
| 20 % (typisch Schwachwind) | 12.264.000 |
| 25 % (optimistisch) | 15.330.000 |
Formel: 7.000 kW × 8.760 h × Kapazitätsfaktor
Schritt 2: Anzulegender Wert (= Vergütung pro kWh)
Aktuelle EEG-Ausschreibungsergebnisse Wind an Land 2026: durchschnittlicher mengengewichteter Zuschlagswert von 6,83 ct/kWh (Mai 2025) über 6,57 ct/kWh (August 2025), 6,06 ct/kWh (November 2025) und 5,54 ct/kWh (Februar 2026) auf nunmehr 5,06 ct/kWh (Mai 2026).
Rechnen wir mal mit 5,06 ct/kWh (aktuellster Durchschnittswert) als realistischem Ansatz:
Schritt 3: Stromerlös = Ertrag × Vergütung
| Kapazitätsfaktor | Jahresertrag | Stromerlös/Jahr (bei 5,06 ct/kWh) |
|---|---|---|
| 15 % | 9.198.000 kWh | ≈ 465.400 € |
| 20 % | 12.264.000 kWh | ≈ 620.500 € |
| 25 % | 15.330.000 kWh | ≈ 775.700 € |
Pacht nach aktuellen Regeln (7–12 %, laut Verbänden auch bis 30 %)
Am Beispiel 20 % Kapazitätsfaktor (≈ 620.500 € Stromerlös/Jahr):
| Pachtsatz | Pacht/Jahr |
|---|---|
| 7 % (unterer Bestand) | ≈ 43.400 € |
| 12 % (oberer Bestand) | ≈ 74.500 € |
| 30 % (VKU-Extremfall) | ≈ 186.200 € |
Pacht nach EEG-Novelle (2,5 %-Deckel)
| Kapazitätsfaktor | Stromerlös/Jahr | Pacht (2,5 %) |
|---|---|---|
| 15 % | ≈ 465.400 € | ≈ 11.635 € |
| 20 % | ≈ 620.500 € | ≈ 15.510 € |
| 25 % | ≈ 775.700 € | ≈ 19.390 € |
Vergleich (bei 20 % Kapazitätsfaktor)
| Heute | Nach Novelle | Differenz | |
|---|---|---|---|
| bei 7 % (unten) | ≈ 43.400 €/Jahr | ≈ 15.500 €/Jahr | −64 % |
| bei 12 % (oben) | ≈ 74.500 €/Jahr | ≈ 15.500 €/Jahr | −79 % |
| bei 30 % (Extrem) | ≈ 186.200 €/Jahr | ≈ 15.500 €/Jahr | −92 % |
Ob die Kommunen, die sich aktuell noch von Windindustrie begeistern lassen, damit wirklich ihren Haushalt sanieren werden?
Angewandt auf drei potentielle Projekte:
Bei 7 MW und angenommenen 5,06 ct/kWh (aktueller EEG-Zuschlagswert):
| Standort | Angenommener CF* | Jahresertrag | Stromerlös/Jahr | Pacht heute (8%) | Pacht neu (2,5%) |
|---|---|---|---|---|---|
| Drei Eichen | 18–20 % | ~11,0–12,3 Mio. kWh | ~557.000–622.000 € | ~44.500–49.700 € | ~13.900–15.500 € |
| Maifeld | 18–20 % | ~11,0–12,3 Mio. kWh | ~557.000–622.000 € | ~44.500–49.700 € | ~13.900–15.500 € |
*CF = Kapazitätsfaktor, basierend auf regionaler Windatlas Einordnung