
Die in Deutschland von den Genehmigungsbehörden geforderten Schallgutachten für Windparks basieren auf Prognosemodellen, die nicht im mindesten geeignet sind, den sogenannten Infraschall – die tiefen Frequenzen also – überhaupt abzubilden. Gutachten geben nur den hörbaren Schall in Db(A) an und sind blind für die tiefen Frequenzen.
Forschungsergebnisse von bspw. Professor Dr Alec Salt, MD, Dr. Håkan Enbom, MD, Dr. med. Ursula Bellut-Staeck u.a. zeigen massive gesundheitliche Auswirkungen auf das Gehirn und auf das Nervensystem. Diese Erkenntnisse wurden in den vergangenen ca 10 Jahren gewonnen.
Eine gute Nachricht kommt aus Schweden: Dort haben die Ken Mattsson, Professor in Scientific computing, und Gustav Eriksson, PhD in scientific computation, mit SoundSim360 ein neues Modell zur Prognose von Schall, inklusive der Infraschallfrequenzen, entwickelt. Hierfür wurden sie mit dem Venture Challenge 2024 Award der Universität Uppsala ausgezeichnet.
Obwohl es gerade in den letzten Jahren viele Studien auf hohe Gesundheitsrisiken hinweisen und mit dem neuen mathematischen Modell ein so viel besseres Prognosewerkzeug zur Verfügung stünde, verletzen die zuständigen Behörden ihre Pflicht des Vorsorgeprinzips und ignorieren die neue Studienlage: In Schweden wird weiterin das ungeeignete Modell Nord2000 als „Goldstandard“ propagiert, das in Deutschland angewendete Schallprognosemodell ist noch viel schlechter und ist zudem nur für Schallemittenten bis 60 Meter Höhe ausgelegt.
Ein gigantischer Skandal!
Quelle: SoundSim360: A simulation tool for long-distance noise propagation